Natur

 mandelbaeume

Mandelbäume - Kurzblüher im Jalóntal

Gegen Ende Januar stehen die Mandelbäume wieder voll in der Blüte. Wer durch das Jalóntal oder durch das Guadalest Tal fährt, sieht die ganze Haine in weiss-rosaroter Farbenpracht. Die Mandelblüte dauert nur kurze Zeit und zeigt in der Marina Alta den ersehnten Frühling an.

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Heute beginnt die Mandelblüte bis zu zwei Wochen früher als noch vor 10-15 Jahren, als die Mandelblüte gegen Mitte Februar einsetzte. Je später die Mandeln blühen, desto besser ist es für deren Ernteertrag, denn die Tage werden länger, und den Bienen bleibt mehr Zeit für die Bestäubung. Infolgedessen hat sich auch die Zeit des Erntebeginns von Mitte zu Anfangs September verschoben. Die spanische Bezeichnung für den Mandelbaum lautet „almendro“, für die Mandel „almendra“. Hergeleitet ist der Name aus dem Lateinischen, der Herkunftssprache des spanischen Castellano.

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In der Region zwischen Valencia und Andalusien und auf den Baleareninseln wurden die Mandeln bereits vor 2000 Jahren kultiviert. Sowohl die Phönizier als auch die Römer haben mit ihnen Handel betrieben. Dies belegen die Überreste von Früchten, welche in gesunkenen Wracks ihrer Handelsschiffe gefunden wurden. Grundsätzlich werden zwischen den beiden Sorten, der Bittermandel (prunus amara) und der Süssmandel (prunus dulcis) unterschieden. Die Bäume der Prunus dulcis tragen weisse, jene der Prunus amara tragen rosarote Blüten. Die Mandeln gehören zu den Rosengewächsen und sind mit weiteren Steinfrüchten wie Pflaumen, Pfirsich und Aprikose verwandt.

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Die Früchte der Mandeln sind abgeflacht, eiförmig, samt behaart und trocken. Beide Sorten, die Bitter- und Süssmandel werden, entsprechend ihren Vorzügen verarbeitet. Aus der Bittermandel entstehen Oele, der berühmte Amaretto in Italien oder auch Aromaextrakte. Die Bittermandel enthält Blausäure und muss vor dem Genuss erhitzt werden. Die Süssmandel kann roh verzehrt werden und findet Eingang in vielerlei Rezepten, ob ganz oder gemahlen, mit oder ohne Schale. Auch dient die Süssmandel als Grundstoff für die Herstellung von Marzipan.

Gut zu wissen

In Spanien ist der „Turron“ das berühmteste Mandeldessert überhaupt. In der Region der Marina Alta ist der mit Marzipan gesüsste Mandelkuchen sehr fein und beliebt. Du kannst zwischen dem harten Turron (turron de Alicante), die Mandeln sind in Stücke geschnitten und dem weichen Turron (turron blando), wo die Mandeln gemahlen und mit Eigelb vermischt sind, auswählen. Neuerdings gibt es auch solche mit Schokolade überzogen, er ist noch süsser. Immer wird er in kleine Stücke geschnitten und oft zum Cortado gereicht.mandelbaemue