Natur

 palmruessler

Palmrüssler - hartnäckiger Plagegeist

Das Kapitel über den Palmrüssler zu schreiben beruht auf einem persönlichen Erlebnis. Als wir vor vier Jahren unser Haus kauften, standen im Garten drei junge Dattelpalmen, schön im Wuchs, satt in der Farbe. Wir schnitten und pflegen sie regelmässig und es machte Spass, sie gedeihen zu sehen.
Eines Tages, nach der Rückkehr aus der Schweiz, o Schreck und welche Enttäuschung: unsere Palmen waren in sich zusammengefallen, ein trauriger Anblick. Bald erfuhren wir von der Herausforderung der Palmenpflege in der Region. Der Rhynchophorus ferrugineus, sein korrekter Name, ist ein Plagegeist und ein grosses Ärgernis.
Ab Mitte der Neunziger Jahre hat der Bestand an Palmen an der Costa Blanca enorm zugenommen, begünstigt durch Neuzuzüger aus Mittel- und Nordeuropa, die ihre Gärten nicht nur mit einheimischen Oliven- und Fruchtbäumen bepflanzen mochten, sondern das südliche Flair mit den Palmen in die Umfriedung ihres Hauses am Meer holten. Viele Gemeinden machten es ihnen nach und säumten ihre Strassen und Plätze mit den grossblättrigen Schattenspendern. Mit den formschönen Gewächsen wurde auch sein grösster Widersacher, der Palmrüssler, an der Costa heimisch.
Der Palmrüssler, in Spanien „Picudo rojo“, der rote Käfer genannt, stammt ursprünglich aus den Süsswassersümpfen in Südostasien. Er gelangte via Mittlerer Osten und Marokko erst auf die Kanarischen Inseln, dann aufs Festland. Das Weibchen des Palmrüsslers frisst sich einen Hohlraum in die Palme und legt dort seine bis zu 300 Eier ab. Nach einigen Tagen schlüpfen die Larven aus. Diese gelangen, ebenfalls fressend, bis zum „Palmherzen“, dem Wachstumszentrum, welches sich am oberen Ende des Stammes befindet. Da die Palmen von innen nach aussen „zerfressen“ werden, ist der Schaden erst sichtbar, sobald die Palme in sich zusammenfällt und unrettbar verloren ist. Der geschlüpfte Palmrüssler fliegt bis zu 300 Meter weit. In dieser Zone kann er überall seine Eier ablegen und so den Parasitenbefall der Palmen weitertreiben.

Gut zu wissen

Vieles wurde bereits unternommen, um diese Plage zu stoppen. Die Behandlung mit natürlichen Pilzkulturen und andere Methoden blieben erfolglos oder sind für den Hausgarten zu teuer. Bleibt einzig das Spritzen eines Fungizids, meist impliziert durch eine Fachperson. Einzige Alternative, dieser Plage zu entgehen, wenn man kein Gift einsetzen möchte, bleibt der Verzicht auf eine Palme im eigenen Garten.